An der Heinrich-Schütz-Straße wurde ein Neubau für Körperbehindertenschule und Internat gebaut. Zum Ende der Winterferien wird er seinen Schülern und Lehrern übergeben. Hoher Besuch hat sich angesagt.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, Sonderschuldirektorin Annett Goerlitz und Karla Lämmel, Leiterin von Ganztagsbetreuung und Heim,  eröffnen um 10 Uhr den Terra Nova Campus. Das ist der Name für das ganze Gelände, die Schule heißt nach dem Wunsch der Schülerinnen und Schüler nun „Entdeckerschule“.

Die Pressestelle der Stadt hatte zuvor einen Rundgang organisiert, an dem auch Hellfried Malech und Eckart Roßberg als Sonnenberg-Reporter teilnahmen. Danke für die Fotos!

Hier die Informationen der Stadt:

Auf rund 14.000 Quadratmetern beinhaltet der Terra Nova Campus Schule, Therapie- und Medizinbereich, Heim- und Ganztagsbetreuung, Sporthalle und Sportfreianlagen. Mit 35,1 Millionen Euro ist es die größte Schulhausbaumaßnahme der Stadtverwaltung in Chemnitz. Über 20 Millionen Euro bezahlte die Stadt Chemnitz und 14,8 Millionen Euro förderte der Freistaat Sachsen.

Damit können ab dem zweiten Schulhalbjahr 2015/2016 am Sonderpädagogischen Förderzentrum Chemnitzer Körperbehindertenschule (SPFZ) 251 Kinder und Jugendliche, davon 107 aus Chemnitz, in ihren neuen Räumlichkeiten lernen.

Die Konzentration der einzelnen Funktionsbereiche an einem Ort sichert kurze Wege und bestmögliche Betreuung der körper- und zum Teil mehrfachbehinderten Kinder.

Das Erscheinungsbild des Terra Nova Campus wird durch großzügige verglaste Fassadenflächen dominiert, hinter denen intensive Farben der Innenräume effektvoll nach Außen wirken. Der überwiegend eingeschossige, vollständig nach den neuesten Standards der Barrierefreiheit errichtete Gebäudekomplex wird aus Richtung der Heinrich-Schütz-Straße über einen öffentlichen Vorplatz erschlossen. Es ist ein neuer, bisher hinter Kasernenmauern verborgener städtischer Raum entstanden, der Interaktion und Kommunikation zwischen Schule und Öffentlichkeit ermöglicht.

Durch die geschickte Anordnung der einzelnen Gebäudeteile sind geschlossene und halboffene begrünte Innenhöfe entstanden, welche eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen. Innen- und Außenräume gehen fließend ineinander über. Der Gebäudekomplex mit einer Gesamtdachfläche von rund 1,4 Hektar ermöglicht sowohl Ein- und Ausblicke zum städtischen Raum in Richtung Heinrich-Schütz-Straße, als auch in Richtung Zeisigwald.

Sport- und Schwimmanlagen

Die Zweifeldsporthalle mit einer Zuschauertribüne für 200 Personen kann auch für Veranstaltungen mit insgesamt bis zu 1000 Personen genutzt werden. Neben den schulischen Belangen ist eine Nutzung der Halle durch Behindertensportvereine vorgesehen. Der erste Verein, das Rollstuhlbasketball Team von der Basketballvereinigung Chemnitz e.V. ist bereits mit drei Trainingszeiten pro Woche vorgesehen. Bedingt durch die Gründungsverhältnisse steht das Gebäude auf ca. 1.600 duktilen Rammpfählen.

Ein Therapiebecken von 12,5 x 5 Meter Größe ist mit modernster Badewassertechnik ausgestattet.

Alle Unterrichtsräume sind zweiseitig belichtet, ein Großteil (3.500 Quadratmetern) wurde mit Hochkantlamellenparkett ausgestattet. Eine Dachfläche von 900 Quadratmetern, die von einem Teil der Wohnheimzimmer eingesehen werden kann, wurde extensiv begrünt.

Energie aus Kohle und Sonne effizient genutzt

Die Wärmeversorgung des Gebäudekomplexes erfolgt durch Fernwärme. Im Havariefall ist die Versorgung über eine mobile Heizzentrale gesichert. Die Solarthermische Anlage mit 42 Quadratmeter Kollektorfläche bringt regenerative Energie zur Unterstützung von Warmwasserbereitung und Gebäudebeheizung in das System ein. Auch die Photovoltaikanlage mit einer Modulfläche von 230 Quadratmeter liefert Sonnenstrom für den Eigenverbrauch. Nicht benötigte Überschüsse werden in das Netz zurückgespeist. Ein hausinternes Managementsystem ermöglicht die Optimierung des Elektroenergieverbrauchs. Insgesamt wurden 170 km Rohrleitungen im Objekt verlegt, dazu kommen rund 185 km Kabel.

Am Gesamtvorhaben waren ca. 55 Unternehmen und Handwerksbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligt: 80 Prozent aus Sachsen, davon die Hälfte aus der Region Chemnitz. Zweitweise waren bis zu 500 Arbeiter gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt.

Mit der Eröffnung endet das dreieinhalbjährige Bauprojekt mit einer 18-monatigen Verzögerung. Gründe dafür waren u.a.: das Hochwasser im Mai/Juni vor drei Jahren und Neubeauftragung von Firmen.

So haben wir über den Bau der Schule berichtet.

Rundgang Sonnenberg barrierefrei (2)

Richtfest der Körperbehindertenschule