„Rahmenplan Sonnenberg Nord soll Ende 2014 dem Stadtrat vorliegen“, so berichtete das Amtsblatt der Stadt Chemnitz am 6. August 2014 auf der ersten Seite. Anlass war der Abschluss der Bürgebeteiligung zum Rahmemplan Nord (RAPS N).

Der Sonnenberg ist ein junger Stadtteil: Von den derzeit 14.300 Einwohnern sind 28 Prozent Jugendliche. Ein Bonus so scheint es, doch liegt in der Flexibilität der dort lebenden jungen Menschen auch ein Problem. Denn für viele ist der Sonnenberg nur ein Sprungbrett zum Umzug in andere Stadtgebiete. Zu diesem Fazit kam eine repräsentative Befragung vor zwei Jahren. Jede dritte Wohnung steht derzeit leer.
Doch das Gründerzeitquartier hat Potential. Deshalb hat die Stadt bereits mit verschiedenen Förderprogrammen von 2007 bis 2013 hier den Stadtumbau angeschoben. 55 Privathäuser wurden saniert, 60 Gebäude gesichert. Die Stadt will diese Entwicklung mit einem städtebaulichen Rahmenplan für den nördlichen Sonneberg weiter voranbringen. Ende 2014 soll er dem Stadtrat vorliegen.
Das Handlungskonzept hat die mit städtebaulichen Rahmenplan für den Sonnenberg Nord beauftragte Entwicklungsbüro urban management systems GmbH entwickelt. Im Mai hatte die Stadt Ideen zur künftigen Entwicklung des nördlichen Sonnenbergs auf den Prüfstand gestellt und Bewohner zu ihrer Meinung zum städtebaulichen Rahmenplan befragt.
Gleichzeitig bot die Kommune zahlreiche weitere Beteiligungs- und Informationsmöglichkeiten für Bewohner, Gebäudeeigentümer, Gewerbetreibende und Investoren an. In der vergangenen Woche informierten Baubürgermeisterin Petra Wesseler und das Planungsbüro bei einem Bürgerforum auf den Sonnenberg zu den städtischen Entwicklungszielen für dieses Gebiet. Bericht über das Forum und Präsentation des Plans
Das Image des Stadtteils soll sich positiv wandeln, indem man seine Vorzüge stärkt und in den Stadtumbau einbezieht: Hier gibt es eine gute Infrastruktur, darunter viele Einkaufsmöglichkeiten, Kindertagesstätten und Schulen sowie Einrichtungen zur medizinischen Versorgung. Hauptbahnhof, Sachsen-Allee und die Innenstadt sind zu Fuß und ebenso günstig per Bus erreichbar.
Darüber hinaus besitzt das Gründerzeitquartier mit seiner Nähe zum Zeisigwald die Vorzüge einer grünen Erholungsoase. Einzigartig in Chemnitz ist der Mix aus Wohnbebauung, Freiflächen und Gewerbe, der das Quartier ausmacht. Die Pläne setzen bei diesen Vorzügen an: Im Kernbereich um den Lessingplatz soll das Gründerzeitquartier erhalten und wo notwendig ergänzt werden. An der Nordkante möchte das Stadtplanungsamt ebenfalls die typischen Wohn-Karree-Blockrand-Strukturen bewahren.
Gewerbe- und Mischflächen jenseits der Heinrich-Schütz-Straße, an denen sich das CFC-Stadion, Handel und Gewerbe auf der Planitzwiese und der entstehende Körperbehindertenschulkomplex wie ein »Sonnenberg Band« aneinander reihen, trennen jetzt noch die Bewohner von ihrer grünen Lunge. Diese Barriere wollen die Stadtplaner mit einer Promenade zum Zeisigwald auflösen. Die Vorschläge zur Entwicklung von Wirtschaft, Handel und Gewerbe auf dem Sonnenberg knüpfen an gewachsenen Strukturen an – nirgendwo sonst in Chemnitz gibt es einen solchen Mix aus Wohnbebauung, Freiflächen und Gewerbe.
Auch leer stehende Gewerbebauten lassen sich nutzen, sei es durch Kreative, die hier günstig Ateliers und Werkstätten anmieten oder durch Vereine ebenso wie Gewerbetreibende, die das Platzangebot solcher Brachen zu schätzen wissen. Erwünschter Nebeneffekt: Das soziale Gefüge des Quartiers kann sich so festigen. Aufgrund der so entstehenden Nachbarschaftsstrukturen werden auch Projekte möglich, die auf den öffentlichen Raum und die öffentliche Ordnung und Sicherheit ausstrahlen.
Nach den Vorstellungen der Stadtplaner lassen sich zudem bislang ungenutzte Freiräume auch durch Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten aufwerten. Konkrete Ideen brachten Teilnehmer des Bürgerforums ein. Vertreter der Mobilen Jugendarbeit des AJZ möchten mit EU-Fördermitteln einen betreuten Bau-Spielplatz schaffen. Immerhin leben rund 4000 Kinder und Jugendliche hier.
Mehr zum Konzept: www.chemnitz.de/sonnenberg

Quelle: Amtsblatt der Stadt Chemnitz vom 6. August 2014

Weitere Infoirmationen: Bürgerbeteiligung RAPS Rahmenplan Sonnenberg Nord im Überblick